Dr. Cicely Saunders | Begründerin der modernen Hospizbewegung

Cicely Saunders wurde im Jahre 1918 in England geboren. Sie besuchte die Roedean School und das St. Anne’s College in Oxford, bevor sie 1944 die Ausbildung zur Krankenschwester im St. Thomas Hospital Nightingale School abschloss.

Aus Krankheitsgründen war sie gezwungen, ihren Posten dort zu verlassen, kehrte zurück zum St. Anne’s College und absolvierte dort eine weitere Ausbildung als Sozialhelferin.

Ein Erlebnis mit einem sterbenden Patienten namens David Tasma, den sie im Jahre 1948 kennenlernte, inspirierte sie so sehr, dass sie ihr Leben ab sofort in den Dienst der Hospizarbeit stellte. Die beiden diskutierten darüber, wie man es schaffen könne, ein Heim zu errichten, das die Anforderungen der Schmerzkontrolle und die Vorbereitungen auf den nahen Tod besser vermitteln könne als eine geschäftige Krankenstation. Tasma starb im Alter von 40 Jahren und hinterließ Saunders 500 Pfund mit den Worten „Ich werde ein Fenster sein in deinem Heim“. Nach Tasmas Tod arbeitete sie noch weitere drei Jahre im St. Luke’s Hospital. Im Jahre 1951 begann Saunders ihr Medizinstudium im St. Thomas, und arbeitete gleichzeitig als freiwillige Helferin im St. Joseph’s Hospital. 1957 erhielt sie eine Lizenz in der medizinischen Fakultät und praktizierte im St. Joseph’s. Ihr eigentliches Ziel war aber, ein Hospiz zu gründen, welches sowohl Ausbildung als auch Forschung auf dem Gebiet der Betreuung der Patienten kombinierte. | 7 Ihre Bemühungen wurden im Jahre 1967 von Erfolg gekrönt, als das St. Christopher’s Hospice im Süden Londons eröffnete. Sie arbeitete dort von Beginn an bis 1985 als Medizinische Direktorin. „Ich brauchte 19 Jahre, um ein Heim rund um dieses Fenster zu bauen“, sagte Saunders bei der Eröffnung. Die Grundidee war, die Bedürfnisse des Patienten zu erkennen und zu behandeln, aber auch die Bedürfnisse der Familie, das Leid zu mildern, anstatt eine Krankheit zu bekämpfen. Sterben sollte als eine Zeit gesehen werden, die sehr viele Möglichkeiten für Heilung und Wachstum bietet. Saunders war immer eine Kämpferin gegen die Euthanasie: „Es macht schutzbedürftige Menschen so verletzlich, dass sie glauben, sie wären eine Last für die anderen. Die Antwort ist eine bessere Betreuung der Sterbenden, um sie zu überzeugen, dass sie immer noch ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind“, so Saunders in einem Interview. In Deutschland gab es Anfang 2003 rund 1.500 ambulante Hospizdienste und ca. 260 stationäre Hospize. In rund 340 Krankenhäusern gibt es spezielle Palliativstationen und seit 2007 rund 400 Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (Quelle DHPV).